Unterwegs nach: Königsbrück (16.​02.​2023)

 

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Ziel unseres heutigen Treffens waren die Kamelien und die Ausstellung „VIA REGIA - Architekturmodelle historischer Bauwerke“ in Königsbrück. Nach einem Kaffeetrinken in der Mühlenbäckerei in Ottendorf-Okrilla trafen wir uns 16 Uhr am Schloss Königsbrück vor dem Torhaus, wo uns ein Mitglied des Heimatvereins erwartete.


Wir erfuhren Interessantes zur Geschichte des Schlosses, dessen Schicksal leider – auch nach Jahrzehnten des Leerstands seit 2001 - derzeit immer noch ungewiss ist. Umso erfreulicher gestaltete sich der Besuch im Kameliengewächshaus. Die ältesten Kamelienstandorte Deutschlands befinden sich in Sachsen. Neben Pillnitz, Pirna-Zuschendorf und Rosswein sind es die Kamelien im Gewächshaus in Königsbrück.

 

Deren älteste Kamelie, die rotblühende gefüllte Camellia japonica ‘Althaeiflora‘ ist etwa 200 Jahre alt. Sie stand in voller Blüte. Das Alter der zwei weißblühenden Camellia japonica ‚Alba Plena‘ wird dagegen mit ca. 100 Jahren angegeben. Diese Kamelien werden mit einigen anderen als Wandspalier gezogen und waren vor zwei Jahren erst geschnitten worden, was zu einer schwachen Blüte führte. Weitere Kamelien aus der Seidelschen Sammlung in Pirna-Zuschendorf sind in der Mitte zu bewundern. Bemerkenswert waren auch die z.T. blühenden und knospenden Duftkamelien, z.B. der Sorte „Duftglöckchen“, die z.T. auch erworben werden konnten.

Die Kamelienausstellung ist zur Blütezeit Januar bis März sonntags 10 – 17 Uhr geöffnet.

Nach diesem botanischen Exkurs wanderten wir vom Schlossberg hinunter in das ehemalige Garnisonshaus am Via Regia Park. Die Via Regia zog sich über 800 Jahre als ehemalige Ost-West-Handelsverbindung und Lebensader von Kiew bis nach Santiago de Compostela quer durch Europa und auch durch Königsbrück. Entlang dieser Straße entwickelten sich bedeutende Städte und ein reiches Kulturleben. Die Handelsroute hatte im 15. und 16. Jahrhundert ihre Blütezeit.


Vor 20 Jahren wurde ein soziales Projekt zur Beschäftigung von Arbeitslosen gegründet, das mehr als 270 Menschen in einer Werkstatt mit dem Bau von Architekturmodellen eine sinnvolle Beschäftigung bot. Im letzten verbliebenen Gebäude der kaiserlichen Garnison stellten die „Modellbauer“ 40 Architekturgebäude im Maßstab 1:25 her, die in Orten entlang der Via Regia von Breslau bis Saarbrücken stehen. Wir konnten uns vom großen handwerklichen Geschick und der Detailtreue überzeugen und die Modelle mit der Führung durch einen

damaligen Leiter der Modellbauwerkstatt bewundern.

 

Insbesondere historische Bauten auf deutschem und sächsischem Gebiet sind zu bewundern, wie z.B. die Synagoge und das
Waidhaus in Görlitz, Gebäude der 6-Städte-Union, das Hermsdorfer Schloss, die Amts- und Ratsfronfeste von Oschatz, das Schloss Wurzen, das Rathaus in Leipzig. Ein besonders schönes Modell wurde auch von der Kirche Königsbrück hergestellt.


Die Werkstatt ist inzwischen geschlossen, aber man kann die Ausstellung während der Kamelienblüte sonntags bzw. nach Voranmeldung besuchen.


Anna M. Wobus

 

 

 

 

 

 

 

 

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